Internationale Tagung "Pina Bausch – From Ritual to Romance"
Wie verändert sich die Rolle des Tanzes in einer Zeit von zunehmender Digitalisierung und ökologischer Krise? Welche Bedeutung hat das Tanztheater Pina Bauschs heute für die Geistes- und Kulturwissenschaften?
Diesen Fragen widmet sich die internationale Tagung „From Ritual to Romance“, die das Werk der Compagnie Pina Bausch in den Mittelpunkt eines interdisziplinären Dialogs stellt. Seit den 1980er Jahren haben sich die Dance und Performance Studies als zentrale Forschungsfelder etabliert. Dabei spielte das Tanztheater Pina Bauschs eine entscheidende Rolle: Ihre Arbeiten wurden nicht nur Gegenstand wissenschaftlicher Analyse, sondern wirkten selbst als Impulsgeber für neue theoretische Ansätze – etwa in der Praxeologie oder in der kulturwissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Körper, Raum und Umwelt.
Heute stehen diese Dimensionen vor neuen Herausforderungen. Kulturelle Praxis verlagert sich zunehmend in digitale Räume, generative Künstliche Intelligenz imitiert Körper und Wahrnehmung, und ökologische Fragestellungen prägen neue Forschungsfelder wie Ecocriticism oder More-than-human Studies. Vor diesem Hintergrund fragt die Tagung nach der Aktualität des Performance-Paradigmas und nach den Möglichkeiten eines interdisziplinären Austauschs zwischen Kunst, Geisteswissenschaften und angrenzenden Disziplinen.
Ausgehend vom Spannungsfeld zwischen Ritual und Romance untersucht die Konferenz zentrale Motive im Werk Pina Bauschs: Ritual als Wiederholung, Rhythmus und Zeremonie – exemplarisch in Le Sacre du Printemps – sowie Romance als erzählerische Struktur, als Geflecht von Beziehungen und als Verweis auf romanische Kulturen und Sprachen, die Bauschs Arbeiten nachhaltig prägten. Der Titel der Tagung ist eine Hommage an Jessie L. Westons Studie From Ritual to Romance (1920) und versteht sich als Einladung, das Zusammenspiel von Ritual, Rhythmus und Narration im zeitgenössischen Tanz neu zu denken.
Die im Zentrum für Erzählforschung verankerte Tagung bringt internationale Wissenschaftler*innen aus Literatur-, Kultur-, Tanz- und Theaterwissenschaft zusammen und eröffnet neue Perspektiven auf das Werk Pina Bauschs im Kontext gegenwärtiger Debatten.
Anmeldung: chihaia[at]uni-wuppertal.de
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